Vanuatu

Letzte Woche Donnerstag haben wir Port Vila verlassen und haben bei leichtem Wind einen kurzen Schlag von 25 SM in den Havanna-Harbour gemacht, eine wunderschöne, langgestreckte Bucht an der SW-Seite der Insel EFATE. Mit dem allerletzten Büchsenlicht fiel der Anker in der erstbesten Bay, wo bereits 2 Boote lagen und ein Nachzügler etwas später eintraf.

Nach einer ruhigen Nacht weckte uns die Sonne früh und um 6:30 Uhr waren wir schon wieder unterwegs Richtung Paß, durch den wir mußten um dann Kurs Süd einzuschlagen. Null Wind und ich hatte das Gefühl ( was auch zutraf) das heute keiner mehr kommt.
Also änderten wir den Kurs und liefen tiefer in die Bucht hinein. Das war die richtige Entscheidung. Wir verbrachten einen herrlichen Urlaubstag auf Pos. 17° 32, 627 S 168° 16,968 E. Der Tag war angefüllt mit schwimmen, Kanu fahren ( u.a. einen wunderschön romantischen Flußlauf hoch.) sowie traden. z.B. T-Shirt gegen Pampelmusen usw.

Dort hatte auch wären PAM wütete eine ca. 20 m lange Ketch geankert, da die Nachbarbay als Zyklon-Hole gilt. Nur dieses mal nicht. Heute liegt dieses schöne Schiff hoch und trocken. Und es gibt keine Chance, es zu bergen. Es sei denn, ein entspr. großer und flachgehender Schwimmkran kommt aus Australien…. Das gilt übrigens auch für die Boote, die in Port Vila gestrandet oder gesunken sind. Es gibt in ganz Vanuatu keine technischen Möglichkeiten der Bergung, obwohl die Eigner dazu verpflichtet sind.
Francesca, eine italienische Seglerin die vor ein paar Jahren hier seßhaft wurde und ein hübsches kleines Resort an der Havanna gebaut hat, berichtete uns, das die Behörden von rund 70 gesunkenen bzw. gestrandeten Schiffen ausgehen, die PAM nicht standhalten konnten. Dazu gehört sicherlich auch das eine oder andere Berufsschiff. Allein im Hafen vor der Stadt Port Vila sind mehrere Wracks durch Bojen gekennzeichnet. Auf unserer Tour sahen wir auch ein ca. 40 Fuß großen Segler, der einen Fluß hochgefahren war und sich dort sicher fühlte. Heute liegt er sicher, nämlich hoch und trocken ca. 6m über dem Flußbett.

Das ist m.E. auch das Hauptproblem. Der Wind ist sicherlich grausam, wenn er mit mehr als 150 KN durch die Takelage heult. Möchte ich niemals erleben. Aber das Hauptproblem ist bei vor Anker oder Moorings liegenden Booten die See, die dieser Wind entfacht. Da sind 10 m Höhe sicherlich garnichts….. und welcher Anker hält solch eine Belastung aus ????

Nur der Vollständigkeithalber, die offiziellen Verlustzahlen an Menschenleben schwankt zw. 7 und 14. Dieses kommt auch dadurch, das viele Segler wahrscheinlich unter Schock stehend das Land mit dem erstbesten Flugzeug verlassen haben.
Genug von PAM.

Am Samstag haben wir dann gegen 6:00 – ohja, wir sind Frühaufsteher geworden – den Anker an Deck geholt. Wieder die drei Meilen zum Paß motort und wieder kein Wind. Aber nach einer Stunde kam er, langsam beginnend und später machte er bei 20 KN noch nicht Schluß.
Zwar wurde die See entspr. hoch, aber dafür konnten wir nach knapp 60 SM um 16:30 auf der Insel EPI auf Pos.
16° 43, 400 S 168° 08, 561 E unseren Anker eingraben. Von weitem hatten wir schon gesehen, das eine große Neuseeländische Stahlyacht ordentlich rollte. Die Bucht wird im Segelführer als sehr geschützt beschrieben. Das ist sie auch, aber leider nur gegen Wind. Die See läuft – nur durch ein kleines, flaches Riff etwas gebremst, in die Bucht.
Nach einer fürchterlichen, weitestgehend schlaflosen Nacht waren wir wieder im Morgengrauen unterwegs, diesesmal nahezu Kurs West, zur Insel MALAKULA. An deren Südende gibt es eine Inselwelt, wie wir sie lange nicht erlebt haben. Eine Insel neben der anderen, von einem Ankerplatz zum nächsten 3 bis 5 SM. Hier kann man es wirklich aushalten. Der erste Stop war auf Pos. 16° 32, 074 S 167° 46. 198 E, Insel AWEI. Hier lagen wir toll. Zwischen zwei Inseln, die Seeseite durch ein trocken fallendes Riff geschützt.

Übrigens Riffe: In Fiji sind die meisten Inseln durch Riffe umgeben, praktisch also Lagunen. Auch fast ganz Fiji ist durch ein Ringriff umgeben. In Vanuatu gibt es nur meist sch.male Inselriffe, ansonsten hat die See freien Zugang. Entsprechend Schwell und vor allem Strömungen sind manchmal eine kleine Herausforderung.
Nach einigen Spaziergängen und noch mehr Spenden in Form von Angelhaken und – Leinen sind wir zwei Tage später weitergezogen, in die Gaspardbay. Mit uns ein amerikanisches Boot. In der Bay warteten noch weitere amerikanische Freund, die wir auf TANNA kennengelernt hatten. Diese hatten uns hergelockt, da sie eine tradditionelle Tanzveranstaltung auf einer Nachbarinsel vereinbart hatten.
Leider ist die Gaspardbay ein wenig tricky, mit Riffen gespickt und verläßliche Karten gibt es nicht. Zudem ist das Wasser dort relativ dunkel und die Sonne zeigte sich auch nicht. Also hat uns der liebe Amerikaner mittels Dinghi in den Wurmfortsatz der Bucht gelots. Leider nicht ganz richtig, plötzlich saßen wir fest. Natürlich nicht auf Sand, sonder auf Korallen. Fazit: Unser Kiel hat im unteren Bereich kein Antifouling mehr. Grrrrrrrr

Aber endlich lagen wir dann auf 16° 27. 795 S 167° 49, 123 E. Bitte mal googeln.

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Fair Winds