Hundeinsel oder Inselhund

‘Unsere’ Insel ist ca. 1,5 km lang und 5 bis 800 m breit. Wie es sich für ein Naturreservat gehört, wurde das kleine darauf befindliche Resort stillgelegt. In den Bungalows macht sich der Regenwald breit. Das Hauptgebäude wirkt noch relativ frisch. Die Wäscherei ist noch voll ausgerüstet, mit Waschmaschinen, Trockner und Heißmangel. Aber ohne Strom und Wasser….
Die relativ große Lobby und /oder Restaurant ist komplett ausgeräumt, die Türen vernagelt bis auf eine, wo man ein Loch geschaffen hat. In der Lobby liegt auf den Fliesen eine einzelne Matratze, wo manchmal einer schläft …..

Sicherlich keiner der ca. 50 – 60 Besucher, die am Sonntag nach unserer Ankunft die Insel samt Kühlboxen, Zelten und Grill per Taxiboot wieder verliessen.

Außer einer ungewöhnlichen (für NC ) Fauna und Flora sowie zwei wunderschönen Stränden gibt es auf der Insel nichts. Kein Trinkwasser, keinen MC Doof oder Carrefour, nur IHN !

Das es ein Reservat ist, erkennt man auch an den beschilderten Wanderwegen rundherum – zum Teil auch durch Nickelabbauflächen, die wieder aufgeforstet werden.
Normalerweise brauchen wir für diese Wanderungen keinen Führer – aber wir hatten einen. Mit vier kräftigen Beinen, langer Rute, dickem Fell und Berhardiner/Rottweilergesicht. Wir hatten von dem ‘Braunen’ schon gehört, der wohl schon seit vielen Jahren alleine auf dieser Insel lebt. Er ernärt sich wohl überwiegend von selbstgefangenem Fisch, und natürlich von Seglern und Campern fällt sicherlich auch mal etwas ab. Auch Silke hat einen großen Topf Reis gekocht, zur Geschmacksgebung kam noch eine Dose Entenpatee mit rein (die wir nicht so gern hatten) Ihm hat es geschmeckt! Seine Danksagung war umwerfend und feucht.

Am ersten Tag sassen wir noch eine Weile mit ihm am Strand. Plötzlich entdeckte er ein Krabbenloch. Kräftig wurde gebuddelt.
Und dann ganz relax geschaut. Und richtig. Nach wenigen Minuten kam die immerhin handgroße Krabbe aus ihrer zerstörten Höhle und flüchtete gen Wasser. Kam aber nicht weit. Mit gezielten Bissen wurden die Beine entfernt. Dann die Scheren. Die wehrlose Krabbe wurde uns als Geschenk zu Füßen gelegt.

Er führt sicherlich ein Hundeleben, um das ihn viele Artgenossen beneiden könnten. Aber, seine Augen sind schon recht trüb, die linke Hinterhand will auch nicht mehr so richtig. Das erstaunlich dicke Fell ist voller Ungeziefer, die ihn quälen.

Tierfreunde haben ihm an zwei Stellen Regenwasserauffänge gebastelt. In den letzten Tagen regnet es häufiger, in den Wochen davor überhaupt nicht ….

Auch hier lassen wir mal wieder einen Freund zurück, wenn wir morgen wieder ein wenig näher zu Noumea segeln.
Am Montag müssen noch drei Pakete von der Spedition abgeholt werden. Problem ist, das wir aller Voraussicht nach keinen Marinaplatz bekommen, denn für die nächsten Tage ist Starkwind bis 35 KN vorhergesagt und die Marina wird sich dadurch nicht leeren. Normalerweise starten die Franzosen am WE in ihren Weihnachts-Sommerurlaub, aber bei den Wetteraussichten….

Als müssen wir recht ungeschützt vor dem Hafen ankern und versuchen, die Pakete möglichst trocken im Dinghi reinzubringen.
Und ebenso am Dienstag den neuen Eigner an Bord zu holen. Mist, könnte das Wetter nicht die letzten Tage etwas behutsamer mit uns umgehen?
Fair Winds