Segeln in Neu Caledonien

Seid drei Tagen ist nicht soviel mit segeln – es pfeift Tag und nacht mit 25 bis 30 KN. Erst am Dienstag soll es wieder etwas normaler werden. Am Freitag sind wir mit einlaufendem Wasser von der Ile de caye zu unserem alten Ankerplatz vor der Ille Uere gesegelt. ca. 26 SM, nur mit 2. Reff in der Genua in 3,5 Std, klar. Wind von achtern.

Das ist das wesentliche hier: Aufgrund der SE zu NW – Ausrichtung der Insel / Lagune und dem vorherrschendem SE macht das segeln in einer Richtung viel Spaß, in der anderen ist es viel Arbeit und viel naß, da sich bei dem kräftigen Wind auch schnell eine 2m-Welle aufbaut. Vielleicht ein Hauptgrund, das hier sehr viele Motoryachten stationiert sind.

Die Anker.- und Liegeplatzsituation in Noumea ist katastrophal. Es gibt drei Marinas, die völlig ausgebucht sind. in der Hauptmarina – Port Moussele – in der wir auch gelegen haben, gibt es einen Visitorsteg mit 50 Plätzen. Visitoren gibt es aber nur bis zum 30.11. – danach sind die Plätze fest vermietet. Dafür gab es 150 Bewerber, wovon halt 50 ausgelost werden.

Unsere Freunde von der Pascha hatten das Glück, einen Platz zu bekommen. Die zahlen für Ihre 56 F große Tayana 900,- ? …. im Monat ! Dazu gehört allerdings der Marinaservice, die Yachten im Zyklonfall von den Stegen an langen Leinen wegzuziehen, d.h. in der Hafenmitte liegt eine schwere, verankerte Kette, an denen die langen Leinen befestigt sind. Gleiches wird auch in der Marina Koumac, wor wir ja ursprünglich einen Platz reserviert hatten, bis sich Jemison anders entschied.

Übrigens ist die Zyklonsituation hier relativ entspannt. Den letzten gab es 2003. In einem El Nino – Jahr gab es hier noch nie einen, das Wasser ist ungewöhnlich kühl, ca. 23 bis 24 ° C. Das sind übrigens auch die angenehmen Nachttemperaturen, manchmal auch nur 20°. Tagsüber dagegen – wenn die Sonne scheint ( was sie in den letzten Tagen nicht macht ) ist es schon sehr heiß. Eigentlich insgesamt ein tolles uns sehr angenehmes Klima. Zumal der erste Regen seit zweo Monaten vorgestern fiel…

Übrigens in den Gesellschaftsinseln ( Tahiti ) ist die Situation ganz anders: Dort ist das Wasser ungewöhnlich warm und die Behörden warnen offiziell vor schweren Zyklonen und empfehlen den Menschen, massive Sicherungen an Dächern usw anzubringen …

Nochmal zurück zur Liegeplatzsituation: Es sind drei Ankergebiete in der Bucht ausgewiesen – nur kann man dort nicht mehr ankern. Mittlerweile liegen in diesen Gebieten ca. 200 ‘wilde’ Moorings, die auch praktisch alle belegt sind. d.h., jeder, der iirgendein boot besitzt und keinen Marinaplatz wollte oder bezahlen konnte, hat sich auf diese Art einen Liegeplatz geschaffen, die aber alle nicht zyklonsicher sind.

Der Bereich vor der Marina Port Moussele ist noch am besten Wind und Schwell geschützt. Allerdings fahren dort alle Motorgetriebenen Boote dicht vorbei, vom kleinen Angelboot bis zum riesigen Cruiser mit 2000 Gästen an Bord. Und alle kennen nur eines: Vollgas ! Unsere Freunde von dem Katamaran VELA erzählten uns gestern, sie hätten noch nie auf ihrer Reise seit 2008 soviel Glasbruch gehabt wie an diesem Platz. Auch wir hatten zeitweise das Gefühl, kurz vorm kentern zu stehen….

wir können also nur am äußeren Rand zw. zwei Moorings ankern und sind damit diesen Gasgebenden Idioten voll ausgesetzt.

Und dann müssen wir morgen noch vier schwere Umzugskartons trocken ins Dinghi schaffen, diese trocken in den Hafen bringen und beim ausladen möglichst auch nicht ins Wasser fallen lassen – und das ganze bei vorhergesagten 25 bis 30 KN Wind.

Nee, nee – ich hoffe auf einen möglichst schnell kommenden 28. – ich will hier weg !
Fair Winds