vor-dem-wind.de

Flaute, Flaute, Popaute

Bei wenig Wind aus nördl. Richtungen bewegen wir uns mit etwa 3kn auf unseren Wegpunkt vor Sal zu. Rancho hat uns mittlerweile abgehängt (unter Maschine?!?…David erzählte auf Funk immerhin was von Eiswürfeln im Drink und wer hat schon Strom für sowas unter Segeln ;-)) und segelt etwa einen Breitengrad vor bzw. unter uns. Ansonsten war der Tag wenig ereignisreich bis auf den Besuch einer Delphinschule und ein köstliches Abendessen mit frischem Brot, angebratenen Tomaten mit Zwiebeln und Knofi, einem tollen Pesto, Oliven und einer selbstgemachten Thunfischpaste. Mittlerweile ist es schon wieder tiefschwarze Nacht und wir sitzen im Salon, während wir über unserem verspäteten Sundowner diese Zeilen schreiben. In diesem Sinne cheers mates! PS.: 330 sm to go!

Die Backstube….

…an bord er Kira ist eröffnet….heute morgen gabs das erste wirklich selbst gebackene Brot aus dem Omnia. Und dafür, dass es der erste Versuch war und wir in Las Palmas statt Hefe vershentlich nur Backpulver erworben haben, wars echt gut! Allerdings wäre es allein schon den Geruch in der Käjüte während des Backens wert gewesen, den Teig anzurühren und in den Omnia zu schieben…. Rancho liegt nach wie vor ein paar Meilen vor uns – tja, Länge läuft halt…oder wird da einfach motort..?:-) Bei uns ist soweit alles gut…angenehmer Schiebewind und vergleichsweise ruhige See…dabei seit nunmehr über 30 h KEINERLEI Verkehr; leider jedoch recht bewölkter Himmel. Und da es sich jemand (unser Freund Christoph, www.baringa-auf-see.de) per e-mail gewünwscht hat, hier mal unser derzeitiger Tagesablauf auf See: Gegen 23:00 (alle Zeiten in UTC) beginnen wir mit den Wachen…zunächst haut sich Tim für mindestens drei Stunden ins Vorschiff, dann ich, dann wieder Tim und dann wieder ich (freundlicherweise lässt mich Tim in der Regel ausschlafen, dafür lasse ich Tim auch immer mal länger pennen, wenn ich nicht gerade mit dem Einschlafen kämpfe ;-)). Zwischen den letzten beiden Wachen gibts meist Frühstück. Dann stehen im cockpit oder auf dem Vorschiff Rumlümmeln und Lesen an, bis es Zeit für die Hauptmahlzeit (meist am frühen Abend) ist…wenns dann dunkel wird, gibts nen Sundowner und wir gönnen uns einen netten Spielfilmn im Bordkino (oder auch zwei)…tja und dann…dann ists schon fast wieder Zeit, mit den Wachen zu beginnen. So fließen die Tage auf See dann dahin. Mit der Rancho haben wir seit der Abfahrt in Las Palmas regelmäßig Funkkontakt auf VHF…bzw. mittlerweile KW (7:00, 14:00 und 19:;00 UTC auf 12.353 kHz im USB, falls mal jemand reinhören mag…). An dieser Stelle auch nochmal „Herzlichen Glückwunsch“ an unseren Freund Dieter von der SY Tamora, der heute auf See oder ggf. schn auf Gomera seinen Geburtstag feiert! Gerade höre ich, wie Tim die beiden Schleppangeln für die Nacht einholt…mal wieder nix gefangen…. Auf meine Nachwachen habe ich endlich mal (zumindest teilweise) Bobby Schenk „Astronavigation“ durchgearbeitet und traue mir nun tatsächlich zu, zumindest eine Mittagsbreite zu kriegen…leider musste ich feststellen, dass ich auf meinem Laptop das erforderliche Tafelwerk nur bis September 2011 habe..grrrr…(vielleicht kann ja mal jemand nach ner PDF-Ausgabe des Nautischen Jahrbuchs googeln und uns nen Link schicken…natürlich nur, wenns nicht urheberrechtl. geschützt ist!!!……natürlich tuts auch was anderes, was die Bildpunktkoordinaten der Sonne hergiebt.) Bis zum Wegpunkt vor Sal sind es nun noch genau 420 sm (also noch etwa 20 sm bis zum Bergfest…), was beim derzeitigen Tempo eine Ankunft in gut 80 Stunden erhoffen lässt – Rancho Relaxo hat auf Funk bereits angekündigt, eine der berüchtigten Melonen für unsere Ankunft vorzubereiten – hell yeah ;-)…bis auf die Melone selbst haben sie auch alle Zutaten an bord…in diesem Sinne Cheers mates!

Traumsegeln

Wir ziehen hier weiter unsere Bahn nach Süden und schöner könnte das Segeln im Moment wirklich nicht sein. Bis heute morgen sind wir mit der an steuerbord ausgebaumten Genua gut voran gekommen, gegen 10 Uhr hat dann der Wind immer weitzer auf Ost gedreht, so dass wir jetzt mit halbem Wind mit 5,5 Knoten dahingleiten. Dazu scheint die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Viel Verkehr ist auch nicht, gestern Nacht gabs lediglich 2 Fischer in angemessener Entfernung zu begucken. Trotzdem waren wir etwas nervös (da wir hier im berüchtigten Seegebiet vor der West-Sahara sind) und haben die bewährte Verdunkelungstaktik angewandt, indem wir unsere 3-Farbenlaterne vorübergehend deaktiviert haben. Die Fischer haben davon unbeeindruckt weiter ihre Bahn gezogen und sich wahrscheinlich ihren Teil gedacht 🙂 So, ich werd mal raus gehen und nach dem Köder der SY Rancho Relaxo Ausschau halten, der hier wohl gleich mit nem Fisch dran vorbeischwimmen wird.

Also drückt mal die Daumen, dass es für die noch vor uns liegenden 570 Meilen weiter so gut läuft.

Cheers mates!