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Island Logbuch – Teil 25

Endlich Wind
Samstag, 16.08.2008

11:00 Uhr

Ich sitze das Ende meiner letzten Wache ab – T. schläft im Vorschiff. Ich lese „In die Wildnis“, doch das immer noch andauernde Gedröhne der Maschine nervt langsam aber sicher! Mein Gott, wie kann man nur daran denken in seiner Freizeit über einen Ozean zu motoren?!?
Die Sicht ist super, Sonne, kein Wind und knappe 20°C! 137° bei 5kn.

12:30 Uhr

Das Wasser kräuselt sich – WIND!
Schnell raus, die Genua ausrollen und kurz drauf sitzen wir breit grinsend im Cockpit und Segeln mit 3,7 kn Richtung 95° – endlich Stille…

17:45 Uhr

Wir verschicken eine Flaschenpost. Kurs 64° bei 5 kn.

18:00 Uhr

C. schläft. Ich funke das 82 m Cargo Ship Wilson Mosel an, um einen aktuellen Wetterbericht zu bekommen. Der wachhabende Offizier will das Wetterfax checken, hat sich bis jetzt aber immer noch nicht zurückgemeldet. Vielleicht haben wir nach der Flaute ja Glück, und der Wind dreht weiter auf Nord. Wenn der Trend anhält gehe ich in einer Stunde auf den anderen Bug. Zur Zeit 60°, 4,9 kn und 25°C in der Kajüte. Der Sommer hat uns wieder!

18:30 Uhr

Nach einer halben Stunde antwortet Wilson Mosel. SO 3-4, morgen SO 4-5, weiterhin sonnig. Ich sitze im Cockpit und genieße die Abendsonne. Aus dem Lautsprecher tönt Johnny Cash…

Island Logbuch – Teil 24

Ölig
Freitag, 15.08.2008

05:15 Uhr

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Seit ca. 8 Stunden läuft jetzt die Maschine mit 1700 U/min. Der Wind hat uns komplett verlassen und die See erscheint im anbrechenden Tageslicht ölig, durchzogen von einer langen Dünung. Um uns herum Plattformen und Tanker auf Rede, die eindeutig bestätigen, dass wir uns wieder dichter besiedelten Gebieten nähern. Die Flamme einer Gasplattform an Steuerbord erleuchtet den Horizont. 3,9 kn, 131°.

19:00 Uhr

Etmal 95 Meilen. Nach einem kurzen Segelversuch heute Vormittag, der uns auf eine harte Kreuz geschickt hätte, ist der Wind wieder komplett eingeschlafen. Seitdem dröhnt wieder die Maschine und schiebt uns mit 5,1 kn Richtung 133°. Sieht ganz so aus als würden wir unseren roten Diesel von den Shetlands doch noch rechtzeitig vor dem Erreichen deutscher Hoheitsgewässer loswerden. Noch gute 250 sm bis Sylt. Die See sieht aus wie das Plastikmeer aus der Augsburger Puppenkiste.

21:00 Uhr

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In freudiger Erwartung einiger warmen „Klischee-Sommerurlaubstage“ auf Sylt schielen wir auf die vor uns liegende Seekarte 2182B. Wir sind immerhin schon auf einer Karte mit unserem Ziel. Hoffentlich kommt bald etwas Wind!

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23:15 Uhr

Wir sitzen gerade bei einem angeregten Gespräch im Salon, als es auf UKW-Kanal 16 knackt und eine Stimme ertönt: „Vessel in position ….“. Eindeutig! (Klick für Audiomitschnitt) Wir sind gemeint. Wir melden uns und werden auf Kanal 06 gebeten. Dort wird uns dann erklärt, dass das vor uns durchgehende Schiff „Ramform Vanguard“ ein seismisches Forschungsschiff ist, welches 6000 Meter! lange Kabel hinter sich herschleppt. Wir sollen in mindestens 5 nm Abstand passieren. Schon praktisch so ein UKW-Gerät. Wir möchten uns erst gar nicht vorstellen, wie es ist sich in einem solchen Kabel mit der Schraube zu verheddern.

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