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Island Logbuch – Teil 13

Inselerkundung
Montag, 04.08.2008

Heute steht unsere Erkundungsfahrt entlang der Südküste Islands zu lande an. Die berühmten Geysire gibt es leider nur im Westen des Eilandes, sodass ein Besuch ausfallen muss.
Unsere Planung beschränkt sich deshalb auf ein von Zoll und Bordgast von Samstag empfohlenen Gletschersee.
Wir stehen früh auf und begeben uns um 9 Uhr zur Touristeninfo. Die freundliche Lady telefoniert kurz und bittet uns, zu warten; kurze Zeit später holt uns ein älterer Herr ab und fährt uns zu einer Lagerhalle im nahen Industriegebiet, wo der begehrte fahrbare Untersatz schon bereit steht. Wir erledigen die Formalitäten und düsen bald unserm ersten Ziel – dem Gletschersee entgegen, welcher sich als wahres Naturschauspiel entpuppt.

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Riesige vom Gletscher abgebrochene Eisstücke treiben im See und unter Brücke hindurch in den Atlantik, wo einige Bruchstücke auf den schwarzen Strand gespült werden.

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Wir betrachten das Schauspiel kurz und wandern etwas umher. Man kann Fahrten auf dem See mit einem Amphibienfahrzug buchen, worauf wir jedoch angesichts der schon hohen Kosten für den Mietwagen verzichten. Wir kommen noch mit einem jungen französischen Backpackerpärchen ins Gespräch, die uns fragen, ob wir sie nicht nach Hoevn mitnehmen können, wo wir jedoch zu ihrem Pech gerade herkommen. Wir versprechen ihnen allerdings, auf dem Rückweg zu schauen, ob sie eine Mitfahrgelegenheit gefunden haben. Als wir später zurückkommen, sind sie jedoch bereits weg.

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Wir fahren weiter die Küste entlang. Hier und da steht ein Schaf auf der Strasse, welche hier frei herumlaufen……..schon strange.
Entgegenkommende LKW und Busse veranlassen uns immer wieder dazu, angesichts der doch recht engen Fahrbahn leicht nervös zu werden.
Kurze Zeit später erreichen wir einen zweiten, ähnlichen See. Da er jedoch etwas abseits liegt, sind hier nur eine handvoll Besucher.

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Wir folgen weiter der Küstenstraße und gelangen an einen wenig spektakulären Rastplatz, wo wir jedoch den Tipp erhalten, einem nahe gelegenen Wasserfall einen Besuch abzustatten. Eine dreiviertel Stunde Fahrzeit später stehen wir am Fuß des Wasserfalls, den wir per pedes erklimmen wollen. Beim Aufstieg merken wir deutlich, dass man an Bord mehr seine Arme, als seine Beine benutzt – wir sind recht schnell aus der Puste. Der Ausblick vom Gipfel aus entschädigt jedoch für alle Strapazen.

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Auf dem Rückweg versuchen wir noch über eine, sagen wir mal Piste auf den Gletscher selbst zu fahren. Nach diversen Anläufen scheitern wir endgültig nach dem Durchstoßen der Wolkendecke. Es wird steiler und steiler und die Sicht ist gleich Null. Der kleine Toyota hat sich allerdings überraschend gut auf dieser Geländefahrt gemacht. Lediglich das Automatikgetriebe macht uns durch den penetranten Geruch von verschmorendem Gummi darauf aufmerksam, dass der Wagen nicht für extreme Geländefahrten konstruiert wurde.

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Zurück in Hoevn kommt uns der freundliche Vermieter entgegen, der uns offenbar gesucht hatte – zumindest hat er Kira schon gefunden und uns ihr zugeordnet….Kunststück bei 25 Yachten im Jahr.
Es gäbe „problems“ mit unserer „card“…..sowas hatten wir uns schon gedacht. In Ermangelung einer Kreditkarte hatten wir nämlich versucht, mit einer unserer deutschen EC-Karten zu zahlen. Er hatte einfach die Kontonummer telefonisch an eine ominöse Zentrale durchgegeben – das konnte ja nicht klappen. Wir versprechen ihm, am nächsten Morgen bei der Rückgabe des Wagens bar zu zahlen, was ihn sichtlich erleichtert.
Zum Abschluss dieses gelungenen Tages kaufen wir uns noch zwei grosse Pizzen, die wir mit an Bord nehmen. Und dann lassen wir den Tag auch schon recht zeitig ausklingen, schliesslich steht morgen einiges an.

Island Logbuch – Teil 12

Gammeltag
Sonntag, 03.08.2008

Heute wird erstmal ausgiebig ausgeschlafen. Die gestrige Sause mit der Hoevner Jugend steckt uns noch in den Knochen. Doch irgendwann am frühen Nachmittag hält es Tim nicht länger in der Koje. Er möchte die Gegend erkunden. Am frühen Abend hat er dann auch Claus mit vorwurfsvollen Blicken und Sprüchen wie „Ich segel doch nicht nach Island und hock dann nur in der Kajüte“ zum Aufstehen und zur Teilnahme an einer Exkursion ins nahe gelegene Natur- und Vogelschutzgebiet animiert. Abgesehen vom Mief einer  Fischresteverwertungsfabrik ist der Rundgang wirklich schön. Wir entdecken fremdländisch anmutende Vögel und bestaunen die örtliche Flora.

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Im Anschluss an unseren Abendspaziergang kümmern wir uns noch um die Organisation eines Mietwagens für den nächsten Tag. Dazu suchen wir die örtliche Touristeninformation auf. Zwar scheint angesichts der lokalen Straßenverhältnisse ein geländegängiges, größeres Fahrzeug die beste Wahl, doch entscheiden wir uns mit Rücksicht auf die Preise für einen Kleinwagen: ein silberner Toyota Yaris kostet uns dann schlappe 120 € für 24 Stunden ohne Benzin. Doch wann ist man schon mal in / auf Island?!
Nach einem abendlichen Rundgang durchs Dorf fällt uns plötzlich wieder auf, dass man ja doch nicht jünger wird. Die Folgen des Vorabends sind noch nicht gebannt und so ist es nicht verwunderlich, dass es uns – auch vor dem Hintergrund der morgen anstehenden Erkundungsfahrt – zeitnah in die Kojen zieht.

Island Logbuch – Teil 10

Einleben auf Island

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Wir sind wohl an einem ganz hübschen Fleckchen Erde hier gelandet. Vor uns hohe kahle Berge an denen die Wolken hängen bleiben und uns somit sonniges, mildes Wetter bescheren, hinter uns der Vatnajökull, nach dem Volumen größter Gletscher Europas.
Neben uns liegt nur noch eine andere Yacht im Hafen…interessanterweise eine Bavaria 46 Cruiser. Allerdings scheint sie schon etwas länger hier zu sein, der Rumpf ist mit einem langen grünen Algenteppich bewachsen und auch ansonsten lässt der Pflegezustand sehr zu wünschen übrig.. Ansonsten scheint die Stadt relativ ruhig zu sein.

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Wir wandern ums Hafenbecken und suchen nach dem Hafenbüro, um uns offiziell anzumelden, werden aber nicht fündig. Die einsame Verkäuferin in einer kleinen Pommesbude direkt am Ort hilft uns jedoch gerne weiter und ruft kurzerhand den Hafenmeister an, der dann auch eine viertel Stunde später bei uns am Boot steht. Er wirkt etwas kauzig und spricht sehr leise, so dass wir kaum etwas verstehen. Wir dürfen aber wohl die nächsten Tage an der Tankpier liegen bleiben. Auf unsere Frage nach Trinkwasser zuckt er mit den Schultern und verschwindet. Wir überlegen schon die nette Dame aus der Pommesbude erneut um Hilfe zu bitten, als er plötzlich wieder mit einem Schlauch auf dem Steg steht. Ein Ende drückt er uns in die Hand, das andere Ende stöpselt er an einen weiteren Schlauch den er zuvor aus der Hafenbrühe fischt. Auf unserer Nachfrage ob das denn jetzt auch wirklich Trinkwasser sei antwortet er „This is the best drinking water of the world“. Seltsamerweise läuft dieses „best drinking water of the world“ hier 24 h am Tag ins Hafenbecken. Wir drehen zwar nachdem wir unseren Tank aufgefüllt haben, ganz unserer guten Erziehung folgend den Harn zu, nach 20 min hat ihn jedoch irgendein Fischer schon wieder geöffnet. Nun gut…Wasserprobleme scheint es hier auf Island schon mal nicht zu geben.
Kurze Zeit später stoppt ein Polizeiwagen am Steg und wir werden von 2 Beamten von Custom und Immigration besucht. Sie händigen uns 5 Formulare aus, die wir gewissenhaft ausfüllen. Bis auf 48 Liter Bier müssen wir sämtliche alkoholischen Getränke in eine Backskiste räumen, die anschließend verplombt wird. Da wir aber vorhaben höchstens 5 Tage auf Island zu bleiben, sollten wir trotzdem nicht in alkoholische Engpässe geraten. Nach ca. 1 Stunde haben wir es dann endlich geschafft und sind offiziell in Island einklariert.
Als nächster Punkt steht ausgiebige Körperpflege auf unserer To-Do-Liste. Immerhin liegt die letzte Dusche über eine Woche und mehr als 1000 Meilen zurück. Da es im Fischereihafen aber keine sanitären Anlagen gibt, machen wir uns, wie von Pommesbudenverkäuferin, Immigration-Officer und Hafenmeister empfohlen auf den Weg zum örtlichen Schwimmbad.

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Leider hier in Hoevn keine blaue Lagune mit warmem Geysir-Wasser, sondern ein ganz normales gechlortes Freibad. Da wir aber zum Duschen und nicht zum Schwimmen hergekommen sind, drehen wir nur eine Runde durch den kleinen Pool, klemmen uns den überfüllten Whirlpool und machen uns schon bald auf zum Supermarkt nebenan. Der EC-Automat akzeptiert die Visa-Card und spuckt isländische Kronen aus.
Wieviel wir da nun wirklich abgehoben haben, soll zunächst im Dunkeln bleiben…allzu viel kann es allerdings nicht gewesen sein, denn nachdem wir uns etwas Fleisch und Salat gekauft haben bleibt kaum etwas übrig.
Außer dem Supermarkt und dem Schwimmbad entdecken wir noch eine Touristeninformation, zwei kleine Gästehäuser und Restaurants. Zurück am Boot schrauben wir den Heckkorbgrill an Reling, werfen noch einen kurzen skeptischen Blick auf die nahegelegene Dieselzapfsäule und grillen uns unsere ersten isländischen Steaks.

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