Über Neustadt nach Niendorf

Freitag, 29.8.2008

Heute schlafen wir aus. Schon im Halbschlaf hören wir Regentropfen und kräftigen Wind. Selbst an unserem geschützten Ankerplatz legt sich Kira ein paar Mal auf die Seite. Enttäuscht von den erneut unzutreffenden Wettervoraussagen starten wir mit einem luxuriösen Frühstück in den Tag: Apfelpfannkuchen mit Zimt und Zucker, dazu Milchkaffee.
Danach klaren wir auf und machen uns langsam startklar. Eine Dusche auf dem Campingplatz erscheint kaum möglich, also gehen wir ungeduscht ankerauf. Mit den Wolken hebt sich auch unsere Laune, denn die Sonne ist mittlerweile auf der Bildfläche erschienen. Heute soll es zunächst nach Neustadt und dann nach Niendorf gehen. Es wird ein herrlicher Segeltag: trotz einiger Wolken bleibt es die ganze Zeit über sonnig, wir fahren unter Genua und Groß in Landnähe die Küste entlang und entdecken die Orte und ihre typischen Landmarken: Grömitz, Rettin, Pelzerhaken. Das Wasser ist so klar, dass wir bis auf den Grund schauen können. Um uns herum viele andere Segler. Gegen halb fünf biegen wir in die Neustädter Hafeneinfahrt ein, fahren vorbei an der Ancora-Marina, dem Yachthafen, dem „Küstenwache“-Studio…und legen schließlich kurz vor dem Binnenwasser an. Leider hat die „Aalkate“ geschlossen, doch wir machen einen kleinen Spaziergang durch die Stadt und erstehen noch einige Zubehörteile, bevor wir uns im Imbiss am Hafen Fischbrötchen und Pommes holen und an Bord verspeisen.

Gegen halb 7 verlassen wir Neustadt und segeln die 6 sm bis Niendorf. Geniales Feierabendsegeln, dabei vollbringen wir noch unsere gute Tat des Tages und warnen einen fischenden Vater mit Sohn, dass sie sich in einem für sie ungünstigen Gebiet befinden und im schlimmsten Fall eine Mine an Bord ziehen könnten.
Unter Genua segeln wir bis in den Niendorfer Hafen, die Sonne geht leuchtend orange unter – traumhaft. Wir gehen vor der Hafenräucherei längsseits an eine andere Segelyacht, die „Uriel“. Als wir zum zweiten Mal an diesem Tag Backfisch im Cockpit speisen, kommt jemand an Bord der „Uriel“ und beäugt uns misstrauisch: Unserem Liegeplatznachbar scheint es nicht zu gefallen, dass wir ihn nicht vor dem Festmachen auf Knien um Erlaubnis angefleht haben… Er nuschelt etwas davon, dass der Fischer auf dem Liegeplatz neben ihm unseretwegen wohl nicht mehr anlegen kann: „Da kriegen wir Probleme – der hat nur 10 cm Platz….“ Ah ha! 3 Minuten später erscheint seine Crew und lässt den Abend feuchtfröhlich ausklingen. Und wir warten auf den Fischer…

Im Verlauf des Abends legt aber nicht dieser Fischer an, dafür geht eine etwa 25-Fuß lange GFK-Yacht bei uns längsseits. Auch wenn dies unseren besorgten Nachbarn zu erneuten Warnungen antreibt, so irritieren diese aber weder uns noch die Neuankömmlinge, Silvia und Wolfgang.

stegplatz

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