Fisch frisch auf den Tisch…..

Kurz nachdem der gestrige Blogeintrag verschickt war und wir uns schon darueber aergerten, dass nach einer guten halben Stunde immer noch kein Fisch innfolge einer Verwechselung unseres Koeders mit einem fliegenden Fisch oder Aehnlichem an der Angel hing (jaja….der Pazifik verwoehnt den Segler schon mit Fisch….) war es soweit…..dass es der FANG schlechthin werden sollte (zumindest bisher) war uns da noch nicht klar……schon beim Ranziehen allerdings offenbare sich: nicht allzu klein!…….doch als wir das gute Stueck dann aus der Naehe sahen….oh man…eigentlich schon zu gross…….aber was machen……Doraden sind nunmal Raubfische und haben entsprechende Beisserchen….da will man also nicht unbedingt die Finger ins Maul stecken, um den Haken rauszupulen….und einfach abschneiden ist dann doch schon ne krasse Tierquaelerei (und allzu viele Squids haben wir auch nicht mehr)…also: Anlanden und Verarbeiten!!! Naechstes Problem: Wie bekommen wir sowas an bord?!!? Nun, gluecklicherweise ist unser knappes Angelequipment (Zweimal 50m Leine auf nem Stueck Plastik und Squids) ja doch eher massiv ausgelegt….so kann man dann auch so einen Fisch ohne zeitraubende Drillerei und Spirenzchen einfach nah ans Boot ziehen (MIT Handschuhen und…..:aufpassen, dass kein Zeh oder sowas in eine Schlaufe der Angelleine geraet) und die Leine zwischendurch zur Sicherung immer mal wieder auf ner Heckklampe belegen….So haben wirs dann auch gemacht…..nun einfach (wie bei kleineren Exemplaren) in die Kiemen/ins Maul zu greifen und gut oder den Gaff reinzutreiben war uns dann aber doch zu riskant…..ersteres wegen der bereits angedeuteten Gefahr für die eigenen Greifer und letzteres aus Angst, den Fisch doch noch zu verlieren…hmmm….ABER: Wir haben ja im Vorschiff noch die gute alte Harpune, deren Pfeil mit recht kraeftiger Rueckholleine seit einer kleinen Schleiforgie am Strand von Green Island (San Blas) ja auch recht spitz ist und der zudem noch ueber einen schoen grossen Widerhaken verfuegt…harhar….ein gut gezielter Schuss aus etwa 20sm Entfernung sass dann auch – surprise…:-) …..Schritt 2 war der Gaff…und dann kriegte unsere Dorade, wie es sich bei Gaesten an bord gehoert erstmal nen Drink offeriert….nur halt mittels Spritze in die Kiemen, statt in nem Glas…..nach vier Droehnungen panamesischem Cortez-Rum (der richtig gute fuer 7 US$ die halbe Gallone….jaaaa….wenn wir irgendwann keinen Rum mehr an bord haben spiegelt das nur unser Anglerglueck wieder…) wurden die Bewegungen dann auch weniger…….nun noch schnell nen Tampen an den Schwanz und ab aufs Vordeck damit……hier begann nun ein – ich moechts nicht mehr Filitieren, sondern eher Schlachtfest nennen; jedenfalls sah das Vordeck danach aus, wie die Kulisse eines ueberstriebenen Splattermoevies, in dem mit zuviel Kunstblut rumgesaut wurde…… Tja, was macht man nun mit soviel Fischfilet, wenn man in Ermangelung einer ausreichenden Stromversorgung keinen Kuehlschrank betreiben kann?! Nun, erstmal gabs – wie ja urspruenglich geplant lecker Kibbeling (koennen wir nun erstmal nicht mehr sehen, obwohl er sehr gut war….diesmal den Teig einem Rezept aus „Kochen nach Beaufort – Rezepte fuer jede Windstaerke“ folgend mit Bier statt Wasser)…….zwei Tagesportionen wurden zu Bratfisch (haelt sich einmal gegart etwa 3 Tage, sofern man mindestens alle 24 Stunden einmal komplett durcherhitzt – sagt zumindest die an bord befindliche „Proviantbibel“)….tja und der Rest befindet sich in einem grossen Topf auf dem Herd, aus dem es verfueherisch nach Fischsuppe (die gibt s dann, wenn der Bratfisch weg ist – mit frischem Knoblauchbrot) duftet…..die Eiweissversorgung fuer die naechsten Tage duerfte damit mehr als gesichert sein! Und die Schwanzflosse (= Trophaehe) trocknet auf dem Vordeck…..und dabei hatte ich gerade heute die auch nicht gerade kleine und nunmehr vollkommen durchgetrocknete unseres ersten Pazifikfisches am Generatormast angebracht……naja, kommt halt noch ne groessere hinzu…. Als ich spaeter in der Daemmerung auf dem Vorschiff sitze und die letzten Momente des Sonneruntergangs geniesse, gibts dann noch den Schreck des Tages…..: So richtig schoen einen in den Nacken…und was?…nen etwa 30 cm langen fliegenden Fisch, der mich voll erwischt, abprallt und lautstark uebers Vordeck huepfend den Weg zurueck in sein Element findet. Scheisse, hab ich mich erschrocken……Das Ganze war so laut, dass Tim, der gerade gemuetlich lesend im Salon sitzt raus kommt: „Alter, was los….is was passiert??!!!“ Tja…und nun kommts…kurz nachdem ich es mir – vom Vordeck vertrieben im cockpit bequem gemacht habe kommt die naechste „flying-fish-attac“…..diese endet dann aber nur in der auf der Badeplattform festgelaschten Puetz…puhh…. Was noch…..hm…die in den fruehen Morgenstunden via Pactor empfangene Wettervorhersage in Form von Gribfiles klingt vielversprechen: Bis einschliesslich Mittwoch erwarten uns Winde von 10-15 knoten aus oestlichen und ost-suedoestlichen Richtungen…..Passat halt….schoen! Seit etwas 4:25 am UTC hat der Wind und damit unser Speed o.g. kontinuierlich zugenommen……zwar nen bißchen mehr Gerolle, aber das ists wert! Das Wetter heute ist auch recht sonnig……blauer Himmel mit typischer Passatbewoelkung…….so macht segeln Spass! In diesem Sinne…CHEERS MATES

Ein Kommentar

  1. Wow, wir gratulieren zum Bergfest, ihr seit inzwischen ja schon kräftig bergab unterwegs und das kann mit glatt gekratzem Rumpf ja schnell werden. Wir wünschen euch jedenfalls ausreichend angenehmen Wind !! Was für eine prächtige Dorade, schleck, schleck. Wir sind im Land der Fleischfesser gelandet, zumindest in Buenos Aires ist Fisch eine eher seltene Delikatesse. Wir könnten ein paar Grad Kälte abgeben und gegen nen leckeren Fisch tauschen. Dafür seit ihr aber inzwischen echt viiiel zu weit weg. Übrigens erzählte uns ein französischer Segler, dass er große Fischportionen einkocht. Habt ihr das schon als Konservierungsmethode ausprobiert ? Muchos abrazos Ariane und Jens

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