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Lazy Day

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In den frühen Morgenstunden wird Claus durch heftiges Klopfen am Bug wach. Die Strömung ist mal wieder gekippt und es hat deutlich aufgebriest, so dass die Mooringtonne anfängt in jeder Welle lautstark den Rumpf zu bearbeiten. Ein Auftritt an Deck ist somit unumgänglich. Durch ein kurzes Maschinenmanöver läßt sich die Tonne dann aber glücklicherweise auf die Leeseite des Bootes bringen, so dass der Rest der Nacht ohne störende Begleitgeräusche verbracht werden kann. Als ich gegen 9 Uhr das erste mal aufwache ist der Himmel grau verhangen und es regnet mal wieder, so dass ich mich dann auch erst gegen 11 Uhr bequemen kann aufzustehen. Bei einem ersten Kaffee rufe ich die aktuellen Gribfiles ab, und muss leider feststellen das die erhoffte Winddrehung in der Biskaya wohl erstmal ausbleibt. Montag dreht der Wind zwar auf Nord, allerdings hält diese Richtung nur 12 Stunden an. Aufgrund des anhaltenden Regens und der Tatsache, dass wir die Biskaya zur Zeit sowieso nicht überqueren können, entscheiden wir uns gegen die geplante Weiterfahrt und bleiben an der sicheren Mooringtonne liegen. Den Tag vertreiben wir uns mit großen Mengen Kaffee, aufregenden Büchern und Musik aus dem lokalen Radiosender. Außerdem legen wir endlich eine vernünftige Liste über den Inhalt unserer Bordapotheke an. Bestand und Ablaufsdatum der vorgehaltenen Medikamente und Instrumente sind somit jetzt jederzeit ersichtlich. Zum späten Nachmittag setzt Claus eine kräftige Suppe mit dem gestern erworbenen Bauchfleisch an, die wir uns dann wenig später mit einem Gläschen Vin de Pays des Coteaux de Peyriac schmecken lassen. Für morgen ist die Weiterfahrt Richtung L´Aber-Wrac´h am Eingang zur Biskaya geplant. Aufgrund der dann günstigen Strömungsverhältnisse werden wir gegen 08:30 Uhr starten. Anbei ein Bild von gestern, als uns das Wetter noch etwas freundlicher gesonnen war. Cheers mates!

vive la france

Kurz nach dem Aufstehen schlenderten wir mal zur hinter uns liegenden Yacht aus Hamburg. Die Eigner stammten jedoch aus Süddeutschland; wir kamen ins Gespräch und nach einer wirklich ineterssanten Bootsführung (die Baltic 40 ist wirklich ein tolles Schiff mit einem zweckmäßigen, seegerechten, doch sogleich wunderschönen Innenausbau aus Mahagoni und allem, was man für die weltweite Fahrt benötigt) bekamen wir das Angebot einer Einkaufsfahrt in ihrem PKW; dies kam uns insoweit entgegen, als dass in unmittelbarer Nähe des Hafens bzw. in zu Fuß gut erreichbarer Entfernung keine größeren Supermärkte vorzufinden waren. So nutzten wir die Gelegenheit und versorgten uns neben frischem Proviant ausgiebig mit Mineralwasser und Wein. Der Supermarkt ist typisch französisch gut mit einem reichhaltigen Angebot insbesondere an Meeresfrüchten und einer riesigen Weinabteilung…. Mit dem abendlichen Hochwasser stahlen wir uns dann aus dem mit 30 € doch eher im gehobenen Preissegment angesiedelten Hafen und verholten auf die vorgelagerte Anchorage, um tidenunabhängig die Weiterfahrt antreten zu können. Vor der malerischen Kulisse einer Halbinsel mit in den Hang getupften Häusern genießen wir beim Sundowner mit Bob Dylan und Co den Abend. Sobald es die vorherrschenden Winde zulassen, gehts weiter gen Spanien! Cheers mates!

Perros-Guirec

14:00: Gestern Abend sind wir dann gegen 22 Uhr mit dem letzten Büchsenlicht am französichen Festland angekommen. Kurz vorher noch ein kurzer Schreckmoment, als nach dem Einrollen der Genua unser Dieselaggregat nicht starten wollte. Beim Vorglühen war plötzlich die gesamte Elektrik tot. Da wir inzwischen in der Landabdeckung waren und der Anker klar zum Fallen war, konnten wir uns aber ganz entspannt der Problematik widmen und hatten schon nach kurzer Zeit die Ursache gefunden: Die Sicherung war durchgebrannt. So konnten wir nach ca. 5 Minuten unsere Fahrt zum Ankerplatz fortsetzen. Hier liegen wir auch jetzt noch, mit ca. 20 weiteren Segelyachten und warten auf Hochwasser, um in den Hafen einlaufen zu können.Getsren nacht hats nicht geklappt…im dunklen in eine auf der Seekarte doch eher kompliziert anmutenden und unbekannten Hafen einzulaufen muss ja nicht sein. Gegen 17 Uhr sollte das möglich sein. Es ist unser erster französischer Hafen und wir werden das savoir vivre genießen…….mit allem, was so dazu gehört. Eine französische Yacht, die hinter uns an einer Mouring liegt (muss irgendwann heut nacht gekommen sein) kommt uns beim Schwojen recht nah….aber es passt..;-)Leider regnet es aktuell mal wieder und auch die Windvorhersage ist mit der Prognose südl-südwestl. Winde alles andere als günstig. Wir könnens kaum abwarten, nach Spanien und damit hoffentlich endlich in beständiges sonniges Wetter zu kommen. 17:00:Fest in der Marina, welche wider Erwarten recht groß ist, obwohl sie nur durch eine echt kleine Einfahrt erreichbar ist….ein echtes Nadelöhr. Nachdem wir fest sind nehmen wir noch die Leinen einiger anderer Yachten entgegen – ums Hochwasser rum kommen hier halt alle auf einmal rein. Auch diverse deutsche Yachten finden wir vor; unter anderem eine aus Hamburg, was natürlich insbesondere Tim sehr erfreut. Zunächst machen wir einen kleinen Rundgang im vorherrschenden Nieselregen, bezahlen den Hafen und kaufen uns ein paar Bratwürstchen im nahe gelegenen Minimarket. Zurück an Bord gibts dann erst einmal ein nettes Dinner – dazu hören wir kölsche Karnevalsmusik. Nu werden wir mal die Wassertanks füllen, klar Schiff machen, die anderen dt. Yachten näher in Augenschein nehmen und uns dann das Stadtzentrum (nicht direkt am Hafen) näher anschauen; das Örtchen scheint entgegen dem Eindruck, den wir aus unserem Reeds gewonnen haben doch nicht allzu klein zu sein! So far, Cheers mates!

Ps.: Lada Depmak hat mittlerweile Bologne sur le Mar verlassen und brettert mit 9 kn und 7 bft von hinten gen NL; Mathijs schrieb, er wisse nun, dass sein Schiff auch in Gleitfahrt komme…;-)