Island Logbuch – Teil 17

Becalmed oder was?
Freitag, 08.08.2008

Gleich nach Beendigung meiner Wache um 12 Uhr erblickt Tim etwas sehr unangenehmes. Die Genua hat einen Riß – wohl vom ständigen Flappen, welches aus dem seit Stunden vorherrschenden Schwach- bis Keinwind in Verbindung in der noch deutlich vorhandenen Dünung resultiert.

Wir rollen das gute Stück ein und lassen uns treiben, während wir erstmal Thunfisch-Salat-Wraps zum Mittag genießen. Nach dem Essen gehen wir an die Reparatur. Wir ziehen unser Zugpferd aus dem Profilstag der Rollanlage und nähen die schadhafte Naht auf dem Vorschiff nach. Bei einem Meter Dünung und null Wind eine anstrengende und zeitraubende Angelegenheit. Immerhin scheint die Sonne.

Nach getaner Arbeit fädeln wir das Segel zwar direkt wieder in das Profil ein, doch ein Ausrollen macht angesichts der Totalflaute keinen Sinn. Da wir keine Lust auf das ständige Dröhnen des Diesels haben, treiben wir den ganzen Tag über ohne Wind, mit gegen die Schlingerbewegungen gesetztem Großsegel durch den Nordatlantik.

Zu Beginn der ersten Wache um kurz vor 24 Uhr setzt ein laues Lüftchen ein, welches sich im Laufe der Nacht zu einer frischen Briese mausert und ein Segeln unter Vollzeug mit 5 kn ermöglicht.

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