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Kein Wind

Mal ist es zu viel, mal ist es zu wenig wenig Wind. Nie kann man es uns recht machen. Nach dem Sturm der letzten Tage war heute totale Flaute. Aber die kam eigentlich ganz gelegen und wir konnten mal ein bisschen entspannen, wieder klar Schiff machen und die ganzen Handtücher trocknen, die durch den Regen der letzten Nächte durchnässt waren.
Und der Sonnenschein war ein willkommener Vorgeschmack auf das Wetter, das und in den kommenden Wochen erwartet.
Beim Abendessen im Cockpit konnten wir Doradenschwärme beobachten, die langsam ihre Kreise um Kira zogen. Vor ein paar Tagen hing einer ihrer Artgenossen bei uns an der Angelleine, heute begnügten wir uns aber mit gucken. So ein Aquarium vor der Nase und diese 360°-Panorama Aussicht auf den Südpazifik mit spektakulären Sonnenuntergängen sind wirklich traumhaft schön und machen sogar die Seekrankheit und Ungemütlichkeiten der letzten Tage wieder wett.
Außerdem hab ich gestern Nacht meine erste Sternschnuppe auf hoher See gesehen. Mal schauen ob mein Wunsch in Erfüllung geht…
In den nächsten Stunden soll wieder ein bisschen Wind aufkommen, allerdings aus Norden und genau da wollen wir doch hin. Also falls jemand Einfluss auf das Wetter hier hat: Südwind, um die 20 Knoten, wenig Welle und Sonnenschein, bitte. Und wenn morgen noch ein Thunfisch anbeißen würde, das wäre ganz wunderbar.
Gleich wird wieder mit der Thor gefunkt, das ist immer ein kleines Hightlight am Abend und gibt Mut für den Weg und Lust auf Fiji, wo die beiden, hoffentlich mit einem kühlen Bier, auf uns warten.

Cheers Mates

Wir schwimmen noch

Und wieder ist eine lange Zeit vergangen seit dem letzten Eintrag. Das liegt nicht daran, dass wir bereits am Strand liegen und uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, sondern an einem weiteren Tief, das uns hier die letzten Tage beschäftigt hat. Da blieb wenig Zeit und Lust sich vor den Computer zu setzen. Wir schwimmen aber noch, das Tief ist durch und wir sind wieder auf Zielkurs Suva. Morgen soll zur Abwechselung mal Flaute sein…da werden wir die Zeit nutzen ausführlicher zu berichten.
Cheers mates!

24 Stunden zum abgewöhnen

So offenbar haben wir dieses Tief, bzw. die Rückseite dieses Tiefs seit heute nachmittag hinter uns gelassen. Segeln zwar immer noch nur unter Sturmfock, aber eigentlich könnte man wohl die Fock wieder setzen. Damit werd ich aber bis morgen früh warten..so bin ich schlafmäßig auf der sicheren Seite
Angefangen hat der ganze Mist schon gestern Vormittag. Nach einer seglerisch ganz angenehmen Nacht sind wir innerhalb weniger Stunden von voller Fock plus Try erst runter auf nur Fock, dann gereffte Fock, noch ganz kurz Sturmfock und dann ab nachmittags stand nur noch blanke Mast. Die Wellen waren das extremste was ich je gesehen habe. (Ich weiß, dass hab ich vor ein paar Tagen schonmal geschrieben, aber die Wasserberge von gestern waren einfach nochmal ne Nummer beeindruckender) Verdammt verdammt hoch und immer wieder brechende Kämme. Angsteinfloessend. Hab manche aus der Entfernung gesehen und gedacht, wenn uns so eine erwischt kentern wir durch. Ein paar haben uns erwischt und uns auch ordentlich auf die Seite gelegt, allerdings war nur einer dieser Schaumstreifen so richtig boese. Die Tassenschublade und die Werkzeugschublade hats dabei rausgerissen und wir können nur von Glück reden, das keiner ne Zange oder so an den Kopf bekommen hat (Wer mal an Bord war und versucht hat die Schublade mit den Tassen zu öffnen, weiß was das bedeutet :-)). Auf dem Vordeck hats die doppelt festgelaschten Dieselkanister teilweise losgerissen, wobei ich leider feststellen musste, das zumindest einer der Kanister im liegen nicht 100%ig dicht ist. Naja, sind aber alle noch da. Gegen morgen wurde es dann langsam besser und ich habe die Sturmfock von Pherusa (Claus altes 25ft Schiff!)) gesetzt und wir sind mit 5-6kn, im Surf max 14kn vor dem Wind abgerauscht. Musste allerdings einen Großteil der Zeit per Hand steuern. Seit dem Nachmittag ist jetzt wieder die normale Sturmfock drauf.
Laut den Gribs siehts die nächsten Tage nach östlichen Winden um die 20 Knoten aus, so dass wir hoffentlich gut in Richtung Nordwest voran kommen. Wir sind inzwischen nämlich ziemlich weit in Richtung Westen vom Kurs abgekommen, aktuell befinden wir uns sogar tatsächlich wieder in der westlichen Hemisphäre. Laura hat den Sturm übrigens sehr gut gemeistert, hat beim Segelwechseln (so lange wir noch gesegelt sind) die Schoten astrein bedient, das Schiff durch die Wellen gesteuert, während ich die Crossbar der Windfahnensteuerung wieder in die richtige Position gebracht habe und auch in dieser echt beschissenen Nacht „gute“ Laune bewahrt, während ich lauthals nach nem Affen zum drauf schiessen gerufen habe. Hut ab… Die Seekrankheit scheint jetzt dank regelmäßiger Einnahme von Vomex auch unter Kontrolle. Ein Auslassversuch ist bereits geplant

Cheers mates!