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Island Logbuch – Teil 18

Es briest auf Samstag, 09.08.2008 12:00 Uhr „Gale Warning 272 – This is Faeroer Coastguard – Force 8 in sea area around Faeroer-Islands – later increasing“ Wir zischen mit 7 kn unter Fock und 2-fach gerefften Groß Richtung Südosten. Angesichts dieses Wetterberichts, der am Vormittag aus unserem VHF tönt fühlen wir uns etwas an der Nase herumgeführt. So hatte uns 14 Stunden zuvor noch das norwegische Fischereifahrzeug Olga Öresund einen herrlichen Segeltag mit raumen Winden um 5bft. versprochen. Statt dessen laufen wir im Moment hoch am Wind gegen 7bft. an und vereinzelte Wellen überspülen die Ankerplattform. unser Lebensraum beschränkt sich ab sofort wieder auf die Kajüte. Ein Hoch auf den Deckssalon. [singlepic=841,500,300,watermark,center] 17 :10 Uhr Es briest jetzt mehr und mehr auf. Wir befinden uns auf N61°00′, W003°57,5′ knapp 80 Meilen westlich der Shetlands und laufen mit gut 5 Knoten nur unter gereffter Fock weiter hoch am Wind (176°). In Anbetracht des nicht ganz optimalen Wetterberichts erhitzen wir uns eine Gulaschsuppe die wir direkt aus dem Topf verköstigen. 19:30 Uhr Wir haben jetzt obere 8bft., dummerweise auch weiterhin aus Ost-Südost. Wir können nur froh sein, dass wir uns entschieden haben an der Westseite der Shetlands entlang zu segeln und nicht[…]

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Island Logbuch – Teil 17

Becalmed oder was? Freitag, 08.08.2008 Gleich nach Beendigung meiner Wache um 12 Uhr erblickt Tim etwas sehr unangenehmes. Die Genua hat einen Riß – wohl vom ständigen Flappen, welches aus dem seit Stunden vorherrschenden Schwach- bis Keinwind in Verbindung in der noch deutlich vorhandenen Dünung resultiert. Wir rollen das gute Stück ein und lassen uns treiben, während wir erstmal Thunfisch-Salat-Wraps zum Mittag genießen. Nach dem Essen gehen wir an die Reparatur. Wir ziehen unser Zugpferd aus dem Profilstag der Rollanlage und nähen die schadhafte Naht auf dem Vorschiff nach. Bei einem Meter Dünung und null Wind eine anstrengende und zeitraubende Angelegenheit. Immerhin scheint die Sonne. Nach getaner Arbeit fädeln wir das Segel zwar direkt wieder in das Profil ein, doch ein Ausrollen macht angesichts der Totalflaute keinen Sinn. Da wir keine Lust auf das ständige Dröhnen des Diesels haben, treiben wir den ganzen Tag über ohne Wind, mit gegen die Schlingerbewegungen gesetztem Großsegel durch den Nordatlantik. Zu Beginn der ersten Wache um kurz vor 24 Uhr setzt ein laues Lüftchen ein, welches sich im Laufe der Nacht zu einer frischen Briese mausert und ein Segeln unter Vollzeug mit 5 kn ermöglicht.

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Island Logbuch – Teil 16

Wetterglück Donnerstag, 07.08.2008 10:30 Uhr Noch 80 nm bis zur Nordspitze der Färoer. Wie Frederik schon schrieb: Wir haben im Moment unverschämtes Glück mit dem Wetter. Wind  4 bft. aus Nord. Hin und wieder zeigt sich die Sonne. Seit fast 24 h haben wir an der Segelstellung nichts verändert. Die Genua zieht uns konstant mit 5 – 6 kn in die richtige Richtung (119°). Die See ist relativ ruhig, eine gleichmäßige Dünung aus Nord, etwa 1 Meter hoch rollt stetig unter Kira durch. Ich habe das Gefühl, dass es auch langsam etwas wärmer wird. Vielleicht können wir schon bald wieder das Cockpit „beziehen“. Heute Nacht konnte ich im AIS die Fähre von den Färoerinseln nach Island ausmachen. Hat uns in 12 nm Abstand mit 18 kn passiert. Ansonsten kein Verkehr. Heute Abend werden wir voraussichtlich das Handynetz der Färoer empfangen können und mal wieder eine Positionsmeldung nach Deutschland senden können. [singlepic=840,500,300,watermark,center] 16:00 Uhr Das Wetter zeigt sich weiter von seiner schönen Seite. 4 bft. von raumschots, 5 kn over ground, Sonne 18°C. Wir machen uns zum Mittagessen ein leckeres Omelett mit den letzten Champignons, bevor sie verderben. Zr Zeit spielt sich das Leben an Bord aufgrund des schönen Wetter hauptsächlich[…]

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