Kawa, Kokos und Cassava

Am Montag beschloss ich mit Christian und Christine ein bisschen die Insel zu erkunden, während Tim ein paar Reparaturen auf Kira vornehmen wollte.

Gegen Mittag brachen wir Richtung Dorf auf, von wo aus wir unsere Tour zum Berg der Insel starten wollten. Daraus wurde aber vorerst mal wieder nichts. In der Mitte des Dorfes wurden wir von einem unserer Bekannten vom Vortag abgefangen und zur Kavazeremonie eingeladen. Diese Einladung wurde selbstverständlich angenommen.

Ich habe bislang nur Geschichten über diese in Wasser geriebene Wurzel gehört und war natürlich sehr neugierig sie selbst mal zu probieren. Außerdem wurde hier ja wahrscheinlich verarbeitet was wir zum Sevusevu mitgebracht haben.

Im Dorfhaus saßen bereits etwa 15 Personen um eine große Schüssel herum, einige hatten Gitarren oder Ukulelen in der Hand. Christine und ich mussten uns an den Rand zu den Frauen setzten, Christian wurde ein Platz direkt an der Kavaschüssel angeboten. Nach einem bestimmten Klatschritual, das sich uns noch nicht ganz erschlossen hat, ging es auch schon los mit der nächsten Runde. Erst bekamen natürlich die Männer eine kleine Schüssel des Getränks und danach waren wir dran. Wie mir bereits beschrieben wurde sieht Kava aus wie Schlammwasser. Der Geruch ist auch nicht besonders anziehend. Also warum sitzen diese Fijis oder die Bewohner des Pazifiks im Allgemeinen stundenlang zusammen und trinken diese dreckige Brühe, die wie ich nach dem ersten Schluck feststellen musste, nicht einmal gut schmeckt?

Die Antwort folgte nach dem zweiten Schluck: Meine Lippen und Zunge wurden taub. Und wenn man, wie die anderen schon, seit den frühen Morgenstunden am Trinken ist, dann wird der Effekt wohl noch stärker sein.

Nach kurzer Zeit wurden dann auch Christine und ich in den engeren Kreis eingeladen und es wurde angefangen zu singen, Fragen zu stellen und Geschichten zu erzählen. Zwischendurch wurde immer mal wieder geklatscht und die nächste Runde Kava eingeleitet.

Irgendwann hatten wir genug und wollten endlich diesen Hügel besteigen. Wir verließen also die gemütliche Gemeinschaft und spazierten einen Weg durch einen Palmenwald entlang und stiegen auf den Hügel, von dem wir eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Inseln hatten. Diese gilt es bald zu erkunden!

Aber erst einmal war noch die andere Seite der Insel dran, hier bot sich das gleiche Bild wie auf der Dorfseite. Weißer Strand, blaues Wasser und Kokospalmen. Auf eine kletterte Christian drauf und pflückte uns einen kleinen Kokossnack. Ein vorbeikommender Local amüsierte sich zwar köstlich über die Öffnungsversuche, aber letzten Endes waren wir erfolgreich und das Kokoswasser war genau das Richtige nach der anstrengenden Tour.

Nach einem kleinen Abstecher zum Dorf, wo wir eine kartoffelähnliche Wurzel geschenkt bekamen und den Dorflehrer kennen lernten, ging es im Bananaboot wieder zurück zu den Schiffen.

Abends wurde dann gemeinschaftlich gekocht und mein erster Tag auf einer Pazifikinsel mit einem Sundowner gebührend beendet.

 

Gestern statteten wir der Dorfschule (erste bis vierte Klasse, anschließend geht’s auf die Nachbarinsel) einen kurzen Besuch ab und brachten dem Lehrer ein paar neue Bücher vorbei. Der stammt aus Suva und ist erst seit 3 Monaten auf der Insel, hat aber bereits alle Bücher der Bücherei gelesen und langweilt sich fürchterlich. Da mussten wir helfen!

Nach einer abermaligen Wanderung auf den Hügel, diesmal mit Tim, machten wir die Schiffe segelfertig und verließen Dravuni am frühen Nachmittag, um dem aufkommenden Nordwind zu entfliehen.

Die inzwischen von Segelmacher Christian genähte Genua steht gut im Wind wir kamen nach kurzer Zeit in der auserkorenen Bucht zwischen Yaukuve Levu und Yaukuve Lailai an. Auf Yaukuve Levu wird zwar grade ein Luxusressort gebaut, aber ansonsten sind wir wiedermal die einzigen Schiffe und Personen weit und breit.

Der Ankerplatz ist eigentlich ganz gut, abends rollte noch ein bisschen Schwell rein, aber wenn der Wind so dreht wie vorhergesagt, können wir hier zwei Tage bleiben. Dann soll der Wind wieder drehen und wir müssen weiter ziehen.

Bei der ersten Schnorcheltour im glasklaren Wasser begegneten wir schon einigen bunten kleinen Fischchen, meine beim Ankern mit versunkene Sonnenbrille blieb aber leider vorerst verschollen.

 

Die zu finden steht heute auf der Tagesordnung. Außerdem wollen wir das Unterwasserschiff reinigen, die Zündkerzen vom Dinghyaußenbordmotor reparieren, die Inseln erkunden und Kokosnüsse sammeln. Und hier soll es zwei kleine Riffe geben, die es auch noch zu entdecken gilt. Christian und Tim konnten sich gestern Abend nicht ganz darauf einigen was zu tun ist, wenn ein Hai vorbeikommt. Tim rät einfach ruhig zu bleiben und Christian empfiehlt den Schlag auf die Nase. Hoffen wir mal, dass ich keins davon ausprobieren muss. Die wollen mir bestimmt einfach nur wieder Angst machen…

 

Achja, aus dem geschenkten Cassava und Kürbis hat Christian uns gestern ein leckeres Dinner gezaubert. Es schmeckt tatsächlich wie Kartoffel und wird beim Kochen sogar gelb.

 

 

Cheers Mates!

 

 

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